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Klassische Konditionierung nach Pawlow

Auf einen natürlichen (unbedingten) Reiz erfolgt ein bestimmtes Verhalten.

Wird an einen ursprünglich natürlichen Reiz ein künstlicher (neutraler) Reiz gekoppelt, ist nach einiger Zeit das selbe Verhalten zu beobachten, auch wenn letztendlich der natürliche Reiz ausbleibt. Das bedeutet, dass nach längerer Aneinanderkoppelung beider Reize der neutrale Reiz genügt um die gewünschte Verhaltensweise zu erlangen. Aus dem ursprünglich neutralen Reiz ist ein gelernter Reiz geworden. Es wurde gelernt, eine sogenannte  bedingte Reaktion zu zeigen.

Der künstliche Reiz hat Signalfunktion übernommen, er wird zum Signal für den kurzzeitig später einsetzenden unbedingten Reiz, daher spricht man hier auch vom Signallernen.

Klassische Konditionierung findet allerdings nur statt, wenn beide Reize unter bestimmten Voraussetzungen auftreten und möglichst nahe nebeneinander liegen.

Die Konditionierung weitet sich auf andere Bereiche aus, indem ein Reiz, der mit dem bedingten Reiz Ähnlichkeit hat, ebenfalls die bedingte Reaktion auslösen kann. Dies wird als Reizgeneralisierung bezeichnet.

Es kann außerdem eine Löschung (Extinktion) der Konditionierung erfolgen, wenn der bedingte Reiz längere Zeit nicht mehr mit dem unbedingten Reiz gekoppelt wird und daraufhin schließlich die bedingte Reaktion nicht mehr erfolgt.

Die Bedeutung des Signallernens für die Erziehung:

 

Positive emotionale Reaktionen werden aufgebaut und erlernt, indem die SP den Reiz, der positive emotionale Reaktionen hervorrufen soll, mehrmals mit einem Reiz koppelt, der bereits eine angenehme Reaktion auslöst.

Beispiel:

Aktivitäten mit der Gruppe, die mit viel Spaß gestaltet werden, fördern die

positive Einstellung der Kinder untereinander.

Dies erfordert von der SP Einfühlungsvermögen in Bezug auf die Voraussetzungen der Gruppe, sowie gute Beobachtung der Gruppenprozesse, um eine Aktivität so zu planen und zu gestalten, dass entsprechende Ziele erreicht werden können.

 

Die SP soll nach Möglichkeit vermeiden, selbst zu einem negativ besetzten bedingten Reiz für die Kinder zu werden. Sie muss daher das eigene Erzieherverhalten immer wieder kritisch reflektieren.

Beispiel: Schulangst

Gerade im Hort, vor allem aber auch im Heim kommt der Lernbetreuung besondere Bedeutung zu. Lernschwierigkeiten  oder Lernstörungen sind Hauptthemen unserer Arbeit. Eine SP, die den Druck, den sie  von Seiten der  Eltern, der Schule, der Heimleitung wahrnimmt, direkt an das Kind weitergibt, indem sie das Kind in der Lernstunde überfordert, verstärkt damit die negative Einstellung des Kindes zur Schule.

Das Kind wird den angstauslösenden Reiz (unangenehme Lernsituation) mit einem neutralen Reiz koppeln (z.B. das Schulgebäude). Schon die Worte "Schule, Hausübungen" können zu Reizwörtern und Signalen für Angst werden. Diese Angst kann wiederum Aggressionen auslösen.

 

Anders betrachtet, geht daraus ebenfalls hervor, dass unsere Arbeit mit Kindern, die Lernschwierigkeiten aufweisen, beeinflusst ist durch andere Systeme, beispielsweise das der Schule. Der angstauslösende Reiz, der durch den einzelnen Lehrer entstanden ist, überträgt sich auf die Aufgabensituation und äussert sich in der Lernstunde durch Stören, mangelnde Motivation und weitere Auffälligkeiten im Verhalten.

Nicht erwünschte Verhaltensweisen, wie z.B. Angst, können abgebaut werden, indem Personen, Objekte oder Situationen, die angsterzeugend sind, mit angenehmen Reizen verbunden werden.

In Bezug auf das vorher genannte Beispiel bedeutet dies, dass die SP durch das Schaffen  eines positiven Lernklimas  den Signalreiz schrittweise abbauen kann. Verbindet das Kind mit dem Wort "Lernen" nun positive Emotionen, indem es nach und nach mit dem  angstauslösenden Reiz konfrontiert wurde, kann es allmählich negative Reaktionen abbauen. Dies erfordert methodisches Vorgehen, um auf den schwächsten bis hin zum  stärksten angstauslösenden Reiz eingehen zu können, sowie entsprechende

Zusammenarbeit (innerhalb des Teams, Kooperation zwischen Schule und Heim,..).

Dies wird in der Psychologie als Gegenkonditionierung bezeichnet.