sozialpaedagogin.at bietet eine Plattform zur gegenseitigen Information und Weiterbildung im Bereich der Sozialpädagogik.

 

Home
Themen
Aggression
Vorwort
Einleitung
Definitionen
Aggressionsformen
Theorien über die..
Aggression und pe..
Zusammenhang zwis..
Systemischer Ansatz
Präventive Maßnah..
Praxisanleitung
Inhalte des Prax..
Das wechselseiti..
Abschließende Ged..
Literaturverzeich..
Wörter- und Abkür..
Kommunikation im K..
Ist die Oma jetzt ..
Fachliteratur
Praxis
Service
Forum
Index

 

Inhalte des Praxisunterrichtes

Eine wesentliche Voraussetzung für die Persönlichkeit ist die Auseinandersetzung mit persönlichen Fähigkeiten und Schwächen. Nur durch Reflexion der eigenen Geschichte und Entwicklung wird es möglich, individuelle Anteile der Einstellungen und Haltungen, sowie der Handlungsweisen zu erkennen. Im Hinblick auf aggressive Verhaltensweisen ergibt sich die Notwendigkeit, eigene aggressive Tendenzen wahrzunehmen und Bedingungsfelder zu erkennen. Lerntheoretische Ursachen sollen durch methodisches Vorgehen auf die eigene Persönlichkeit bezogen werden.

 

  • Die Reflexion der Praxiserfahrung hat größten Stellenwert und ist die Voraussetzung zur Entwicklung und Veränderung. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Modellverhalten.
  • Für den Praxiseinstieg hilfreich ist die Erarbeitung von Verhaltenshinweisen, die zu Beginn Sicherheit geben. Alle Anforderungen an die SchülerIn von seiten der Schule müssen konkret und klar definiert sein.
  • Durch das Erstellen von Organigrammen wird es der PraktikantIn möglich, Zusammenhänge zu erfassen und zu einer systemischen Sichtweise zu gelangen.
  • Praxisaufgaben müssen zum Ziel haben, dass die PraktikantIn theoretisches Wissen mit Erfahrungen und persönlicher Kreativität verknüpfen kann. Inhalte können sein: das Erstellen von Beobachtungsprotokollen, Entwicklung von Erziehungsplänen, Durchführung von Projekten,...
  • Durch Übungsangebote und individuelle Betreuung wird das Selbstbewusstsein der SchülerIn gefördert. Besonderes Augenmerk muss auf der Stärkung vorhandener Fähigkeiten liegen, um die Bereitschaft zu entwickeln, auch an persönlichen Schwächen zu arbeiten.
  • Die Klasse oder Gruppe soll als ständiges Modell betrachtet werden, um Verhaltensweisen, Einstellungen und Arbeitshaltungen  einzuüben. Dies gilt als wesentliche Voraussetzung im Hinblick auf den Umgang mit Konflikten und Teamfähigkeit und kann durch entsprechendes Kommunikationstraining gefördert werden. Grundhaltungen der Sozialpädagogin können auf diese Weise verinnerlicht werden.(Unbedingte Wertschätzung = Empathie, Einfühlendes Verstehen = Akzeptanz,  Echtheit = Kongruenz)
  • Diese Grundhaltungen müssen auch in der LehrerIn-SchülerIn-Beziehung wirksam sein und gelebt werden und sind als Antwort auf  die menschlichen Grundbedürfnisse nach Akzeptierung, Anerkennung und Sicherheit zu verstehen.
  • Planungsmodelle können die SchülerIn dabei unterstützen, Zusammenhänge zu erfassen und die individuellen Voraussetzungen, sowie weitere Bedingungsfelder in Vorüberlegungen miteinzubeziehen. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, Rahmenbedingungen zu berücksichtigen und eventuelle Alternativen zu entdecken.
  • Die Reflexion jeder Aktivität eröffnet die Chance, neue Voraussetzungen zu schaffen, indem z.B. Bedingungsfelder für aggressives Verhalten verändert werden.
  • Gelegenheit zur Hospitation bildet eine positive Grundlage, Rituale und Regeln der Gruppe zu beobachten. Die PraktikantIn erkennt gruppendynamische Abläufe und kann diese bereits in erste Aktivitäten miteinbeziehen. Wichtig ist dabei, beobachtetes Verhalten zu hinterfragen anstatt es ausschließlich zu interpretieren, wodurch die Notwendigkeit einer ausführlichen Nachbereitungsphase innerhalb der Praxisstelle begründet werden kann.
  • Pädagogisches Handeln benötigt immer eine Zielvorstellung, es ist daher nötig, dass die PraktikantIn dabei unterstützt wird, realistische Ziele zu entwickeln, die auch überprüfbar sind. So gelingt es, persönliche Frustrationen zu vermeiden, die sich auf weiteres Handeln direkt und indirekt auswirken. Der SchülerIn muss bewusst werden, dass das Erzieherverhalten und jenes der Kinder miteinander in Zusammenhang stehen.

 

Die Interaktion einzelner Subsysteme  wird auch an dieser Stelle  sichtbar, wenn wir uns damit auseinandersetzen, in welcher Weise sie miteinander in Wechselwirkung stehen. Anforderungen von Seiten der Schule an die PraktikantIn haben direkten Einfluß auf die Gruppe innerhalb der Institution und somit auch auf das individuelle Kind.

Geltende Normen der Praxisstelle können nur dann miteinbezogen werden, wenn die Möglichkeit zur Zusammenarbeit gegeben ist. Die strukturellen Bedingungen unterscheiden sich deutlich und müssen trotzdem aufeinander abgestimmt werden. Dies erfordert von allen Seiten sehr viel Flexibilität und legt den Schluß nahe, dass Bereitschaft zur Offenheit für Veränderungen und Entwicklung innerhalb eines Ausbildungssystems wesentlich dessen Qualität mitbestimmt.

Auch Vorschläge, die durch Erfahrungen der SchülerInnen entstehen, müssen ernstgenommen und reflektiert werden. Nur dann ist es möglich, sich an realen, aktuellen Bedürfnissen und Gegebenheiten zu orientieren.