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Digitale und analoge Kommunikation

Die Bezeichnungen digital und analog stammen ursprünglich aus der mathematischen Physik und bezeichnen dort unterschiedliche Arten der Informationsverarbeitung.

Bei der digitalen Kommunikation sind die Informationen in bestimmten Zeichen verschlüsselt, deren Bedeutung eindeutig ist (z.B. Zahlen in der Mathe­matik oder Buchstaben und Wörter in der Sprache). Deshalb entspricht die verbale Kommunikation (s.o.) einer digitalen Informationsübermittlung.

Bei der analogen Kommunikation sind die Informationen in ungefähren, indirekten Zeichen verschlüsselt, die nur in einer Ähnlichkeitsbeziehung zum Informationsobjekt stehen (z.B. Körperhaltung, Mimik, Blick, Tonfall u.Ä.). Der analogen Informationsübermittlung entspricht deshalb die nonverbale Kommuni­kation (s.o.).

Durch die unklare Übersetzungsregelung besteht beim Empfänger ein subjektiver Interpretationsspielraum, wodurch analoge Informationen von verschiedenen Personen unterschiedlich entschlüsselt werden können. (vgl. Watzlawick et al., 1985, S. 61ff)

 

Von allen Lebewesen auf der Erde benutzt einzig der Mensch beide Kommunikationsformen parallel. Dabei hat die analoge Kommunikation ihren Ursprung in archaischen Entwicklungsperioden, während erst durch die Entwicklung der digitalen Sprache menschliche Kulturleistungen und Sozialordnungen möglich wurden. (vgl. ebd., S. 63)

Jedoch benutzen wir auf dem Gebiet der Beziehung weiterhin überwiegend die analoge Kommunikationsform in der gleichen Art, wie in der Tierwelt ausschließlich kommuniziert wird: Die Definition von Beziehung der Individuen zueinander durch analoge Signale. Wenn Menschen sich etwas über ihre Beziehung mitteilen, kann mit Worten oftmals nicht das an emotionalem Erleben ausgedrückt werden, was durch Augenkontakt, Tonfall oder eine Geste vermittelt werden kann:

"Kindern, Narren und Tieren wird ja seit alters eine besondere Intuition für die Aufrichtigkeit oder Falschheit menschlicher Haltungen zugeschrieben; denn es ist leicht, etwas mit Worten zu beteuern, aber schwer, eine Unaufrichtigkeit auch analogisch glaubhaft zu kommunizieren." (ebd., S. 64)

Andererseits kommt es durch die Ungenauigkeit der analogen Informationen oftmals zu Beziehungskonflikten durch Missverständnisse. Diese Konflikte können meist nur durch Metakommunikation auf der Inhaltsebene in digitaler Sprache aufgeklärt werden.

Bezogen auf den Inhalts- und Beziehungsaspekt eines Kom­muni­kations­pro­zes­ses bedeutet dies also, dass auf der Inhaltsebene überwiegend digital und auf der Beziehungsebene überwiegend analog kommuniziert wird (Anm. d. Verf.).